Es betrübt mich noch immer:
Die Nielsen Busines Media Group in New York hat im Dezember lapidar bekannt gegeben, dass die Zeitschrift Kirkus Review eingestellt wird.
Die Kirkus Review erschien seit 1933 alle 14 Tage und bespricht zwei bis drei Monate vor dem Erscheinungstermin einzelne Titel. Pro Jahr werden etwa 5000 Titel aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch, Kinder- und Jugendliteratur rezensiert.
In der Selbstbeschreibung heißt es: >The reviews are reliable and authoritative, written by specialists selected for their knowledge and expertise in a particular field<. Das ist eine grandiose Untertreibung. Die Kunst, auf kürzestem Raum ein Buch inhaltlich vorzustellen, in den Markt einzuordnen, eine Einschätzung abzugeben, die Autorenentwicklung zu skizzieren und den Buzz auf dem Rechtemarkt kurz anzureißen, hat in dieser Zeitschrift ihren Höhepunkt gefunden. Es gibt kein vergleichbares Medium in der internationalen Verlagswelt. Sie bot Informationen und ertsaunlich verlässlilche Beurteilungen jenseits von PR-Blasen und frei von Kritikergeschmäckern.
Obendrein hat sich die Kirkus Review in den letzten Jahren als Plattform für literarische Entdeckungen etabliert, die in den marktgetriebenen Kanälen keinen Platz mehr finden. Die Zeichen der Zeit hat die Redaktion erkannt, als ihr Forum für Titel öffnete, die im Selbstverlag erschienen.
Ein Kulturverlust in der Geschäftswelt.
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Der umschwirrte Star der Szene und ein guter Verleger obendrein:
Was Simon Schwartz aber merkwürdigerweise (noch) nicht gelingt, ist eine interessante Graphic Novel. Die Zeichnungen sind eigenwillig, schwarzweiß mit starken Konturstrichen, dunkle Grautöne dominieren und stellen flächige, stark typisierte Gesichter frei. Die einzelnen Bilder sind fein durchgearbeitet und im Detail sehr genau. Gelungen sind die ausdrucksvollen Perpektivwechsel, die so unruhig wie eine Handkamera daherkommen.

